In Teil 1 der Anleitung über ein virtualisiertes Ubuntu haben wir VirtualBox und eine virtuelle Maschine mit Ubuntu installiert. In Teil 2 haben wir das Setup von Ubuntu in der VM erfolgreich abgeschlossen.
Nun kommt der dritte Teil der Serie. Hier geht es um die Aktualisierung und Konfiguration von Ubuntu und das Anlegen von Snapshots, auf den wir das virtuelle System jederzeit zurücksetzen können, wenn irgendwas schief gelaufen ist.
Schritt 1 – Installation des Pakets “dkms”
Um später die Gasterweiterungen richtig zu installieren, brauchen wir erst das Paket “dkms”. Das ermöglicht den Gasterweiterungen, mit dem Kernel von Ubuntu (dem Kernsystem) zusammenzuarbeiten.
Das “Terminal” ist für Linux das, was die “DOS-Box” für Windows ist: Ein Eingabefenster, in das man Textbefehle per Tastatur eingibt.
Hatte man früher Linux beinahe ausschließlich per Terminal konfiguriert, tritt es (wenigstens bei Otto-Normaluser) mehr und mehr in den Hintergrund. Für das erste Paket, das wir laden, benutzen wir dennoch das Terminal…
Wir starten das Terminal mit einem Klick ganz oben links in der Sidebar auf die Schaltfläche “Dash-Startseite”. Dort tippen wir die ersten Buchstaben der Applikation ein, die wir starten möchten, also “term”. Dann werden im unteren Bereich des Fensters die übereinstimmenden Programme aufgelistet. Mit einem Klick auf das Symbol vom Terminal führen wir es aus.
Der Befehl zum Laden des Pakets “sudo apt-get install dkms” ist in vier Abschnitte unterteilt:
- sudo – das vorangestellte Kommando “sudo” teilt Ubuntu mit, dass wir das nachfolgende Kommando als Administrator ausführen wollen.
- apt-get – das Programm zum Laden und Installieren von Paketen
- install – die Option, dass wir das nachfolgende Paket installieren möchten
- dkms – das Paket “dkms”, das die Gasterweiterungen für die Integration brauchen.
Nach dem Absetzen des Befehls werden wir nach unserem Passwort gefragt, das wir eintippen und mit Enter bestätigen. Es folgt eine Auflistung an Abhängigkeiten und vorgeschlagenen Paketen, gefolgt von der Frage, ob wir das wirklich installieren möchten. Wir tippen “j” und drücken Enter.
Die Pakete werden nun geladen und installiert.
Ist der Vorgang abgeschlossen, schreiben wir “exit” ins Terminal und drücken Enter. Das Eingabefenster schließt sich, wir haben das Paket “dkms” zusammen mit seinen Abhängigkeiten installiert…
Schritt 2 – Aktualisierungsverwaltung für Updates von Ubuntu starten
Was Windows sein “Update” ist, heißt bei Ubuntu “Aktualisierungsverwaltung”. Schwindelerregendes Wort. Das Programm selbst ist aber kinderleicht zu bedienen:
Wir starten die Aktualisierungsverwaltung genau wie das Terminal – mit einem Klick auf die “Dash-Startseite” in der Sidebar von Ubuntu. Dann schreiben wir “akt” und klicken auf das Symbol von der Aktualisierungsverwaltung.
Ist das Programm geladen, klicken wir erst auf die Schaltfläche “Prüfen”, um die Liste der Pakete neu zu laden und damit sämtliche neuen Updates auszuwählen. Mit einem Klick auf “Aktualisierungen installieren” starten wir den Vorgang.
Bevor es ans Eingemachte geht, müssen wir uns – wie bei jeder Änderung direkt am System – durch unser Passwort legitimieren.

Die Updates werden nun automatisch geladen und im Anschluss installiert. Mit einem Klick auf das Dreieck neben “Details” sieht man ausführlicher, was das Programm gerade macht. Zum Zeitpunkt dieser Anleitung waren es 229 Patches und der Vorgang selbst hat auf einem Core-2-Duo mit 2,4 GHz. etwa 7 Minuten gedauert.
Sind die Updates installiert, starten wir die VM im Anschluss mit einem Klick auf die “Jetzt neu starten”-Schaltfläche neu.
Schritt 3 – Installation der “Gasterweiterung” von VirtualBox in Ubuntu
Die Gasterweiterungen erlauben es VirtualBox, besser mit Ubuntu zu interagieren. Wenn wir beispielsweise mal einen Ordner einrichten sollten, um doch Daten zwischen den Systemen zu verschieben, braucht man zwingend die Gasterweiterungen für den Zugriff. Auch der “Seamless-Mode” setzt sie voraus. Dazu aber später mehr, jetzt installieren wir sie erst einmal. Und das geht – Überraschung! – ganz leicht:
Wir klicken in der Menüzeile von VirtualBox auf “Geräte” und wählen aus dem Kontext den Punkt “Gasterweiterungen installieren…” aus.

VirtualBox mountet ein virtuelles CD-Laufwerk, auf dem die Setup-Dateien der Gasterweiterungen liegen. Das läuft im Prinzip genau wie bei der Ubuntu Installation. Ubuntu erkennt das und fragt, was wir zu tun gedenken. Hier klicken wir den ersten Dialog mit “OK” weiter und wählen im zweiten Dialog die Schaltfläche “Ausführen”.
Wie immer kommt die Passwortabfrage, da wir Änderungen direkt am System vornehmen.
Die eigentliche Installation der Gasterweiterungen ist unspektakulär und läuft in einem Terminalfenster ab. Schritt für Schritt arbeitet das Setup seine Aktionen durch und bittet uns am Schluss, das Fenster durch einen Druck auf die “Enter”-Taste zu schließen.

Jetzt fahren wir das System nach der Installation herunter, damit die Änderungen wirksam werden. Wie gewohnt klicken wir auf das gezackte Power Symbol oben rechts und dann auf den Punkt “Herunterfahren…”. Den Dialog quittieren wir mit einem Klick auf die Schaltfläche “Herunterfahren”.
Zu guter Letzt entfernen wir noch das virtuelle Installationsmedium der Gasterweiterungen. Dazu gehen wir in VirtualBox bei unserer VM auf “Ändern” und wechseln zum “Massenspeicher”. Hier klicken wir unterhalb von “IDE-Controller” erst auf das Installationsmedium und dann rechts neben “Sekundärer Master” auf das kleine CD-Symbol. Im Kontext wählen wir den untersten Punkt “Medium entfernen” aus und bestätigen den Dialog mit “OK”.
Perfekt! Ubuntu ist jetzt aktuell und die Gasterweiterungen sind installiert. Zeit, davon sicherheitshalber einen Snapshot anzulegen:
Schritt 4 – Erstellen eines Snapshots
Der “Sicherungspunkt” ist eine feine Sache. Damit kann man eine Installation immer wieder auf einen Status Quo zurücksetzen, den man einmal gespeichert hat. Keine Angst mehr vor Konfigurationsfehlern, oder kaputten Installationen, denn Du kannst immer wieder zurück auf die sichere Insel des Snapshots. Und Du wirst Dich wundern, wie unspektakulär dieser Vorgang eigentlich ist:
Zuerst klickst Du im Hauptmenü von VirtualBox oben rechts auf die Schaltfläche “Sicherungspunkte”. Die Details werden nicht mehr angezeigt, dafür siehst Du die Snapshotverwaltung.
Um einen Snapshot zu erstellen, klickst Du auf das Symbol ganz links, das aussieht wie ein Fotoapparat.
Jetzt klappt ein Dialog auf, der Dich nach dem Namen des Sicherungspunkts fragt. Hilfreich ist eine Datumsangabe, wie “2011-11-20 Ubuntu upgedated” oder so was in der Richtung. Wenn Du möchtest, kannst Du sogar eine Beschreibung dazu eingeben, das ist aber im privaten Umfeld etwas übertrieben…
Ein Klick auf die Schaltfläche “OK” erstellt den Sicherungspunkt.
Tja, fertig! Fast schon langweilig, oder?
Der Sicherungspunkt ist angelegt, und ab jetzt kannst Du immer wieder auf diesen Stand zurückspringen, wenn mit dem virtualisierten Ubuntu mal was schief gelaufen ist. Dazu musst Du nur erst den Snapshot und dann oben das Symbol von dem Desktop mit dem Pfeil nach oben anklicken. VirtualBox wird nachfragen, ob der aktuelle Stand wirklich mit dem Snapshot überschrieben werden soll. Das bestätigst Du mit einem Klick auf “Zurückkehren” (zum alten Stand zurückkehren…), und nach einer kurzen Zeit ist der alte Status wiederhergestellt.
Möchtest Du den Snapshot löschen, klickst Du in der Symbolleiste auf den Bildschirm mit dem “X”. VirtualBox möchte eine Bestätigung, dass Du den Sicherungspunkt wirklich löschen möchtest. Nachdem Du auf “Löschen” geklickt hast, wird er aus der Liste entfernt.
Ausblick
Geschafft! VirtualBox, die VM und Ubuntu sind installiert, eingerichtet und auf dem neuesten Stand. Jetzt kannst Du loslegen!
In Teil 4 der Anleitung über ein virtualisiertes Ubuntu geht es dann um das Arbeiten in der virtuellen Umgebung…
