Der optimale PC

Der optimale PC – Ausgangspunkt

Der Kauf eines neuen PCs sollte wohl überlegt sein.

Prinzipiell kann man zwar mit jedem Computer fast alle Anwendungen ausführen, aber praktisch macht das wenig Sinn. Man könnte auch einen Umzug mit einem Kleinwagen machen oder jeden Tag mit einem LKW zu seinem Bürojob fahren. Aber in beiden Fällen ist das Ergebnis Suboptimal.
Gerade weil es für Computer unzählige Komponenten und Möglichkeiten gibt, kann man für sich und seinen Anwendungsfall auch das Maximum raus holen.

Computer von der Stange haben natürlich auch ihre Daseinsberechtigung!

Gerade wenn es entweder extrem günstig sein soll und man gewisse Nachteile in Kauf nimmt oder man die Installation z.B. eines Büros vereinheitlichen möchte und 20 PCs gleicher Bauart benötigt ist nichts verwerflich daran, auf Angebote von Dell, HP oder sogar Medion zurückzugreifen.
Ich persönlich bevorzuge aber die maßgeschneiderte Lösung, denn da weiß man einfach, was man hat und kann den Computer wirklich bis auf die letzte Schraube an die Bedürfnisse des Anwenders anpassen.

Was es alles gibt und welche grundlegenden Entscheidungen im Vorfeld getroffen werden müssen, möchte ich nun erläutern:

Fangen wir mal mit der Bauform an.
Da gibt es klassisch den “Desktop” also ein auf dem Schreibtisch liegender PC. Früher war das der Standard, jetzt führt er ein Nischendasein. Am Ehesten findet man diese Computer noch als sogenannte “Home Theatre PCs” im Wohnzimmer wieder, wo sie Musikwiedergabe und TV / Videorekorder, also Mediacenter Funktionalitäten, haben.

Die im oder am Monitor angebrachten PCs sind wegen ihrer geringen Leistung ebenfalls nicht weit verbreitet. Meistens sieht man diese Bauform – wenn überhaupt – in großen Büros, in denen diese Computer nur ein Minimalsystem darstellen müssen und die Anwendungen und Rechenpower von einem leistungsstarken Server aus dem Computerraum gestemmt wird (Terminal Server Lösung). Zu Hause auf dem Schreibtisch wäre so ein System eher exotisch.

Für den Hausgebrauch hat sich der “Tower” durchgesetzt, der neben oder unter dem Schreibtisch auf dem Boden steht. Davon gibt es noch drei Untervarianten, den “Mini-“, “Midi-” und “Big-” Tower, welche sich in ihren Ausmaßen voneinander unterscheiden. Hier hat sich die Miditower Variante als Gewinner herauskristallisiert.
Minitower sind meistens zu klein und haben fast immer Probleme mit der Belüftung und daraus resultierenden Hitzestaus. Bigtower sind auf der anderen Seite wieder so groß, dass man diese Monster nicht gerne neben den Schreibtisch stellt.
Es sei denn, man braucht die Möglichkeit, zehn Laufwerke zu installieren, dann sind Bigtower z.B. als Servergehäuse wirklich praktisch.

Laptops, Notebooks, Netbooks und Tabletts lasse ich hier komplett außen vor. Diese haben mit dem klassischen “PC” nichts zu tun. Und wenn man die Mobilität nicht unbedingt braucht, hat man mit einem “nicht-PC” bei gleichem Preis immer Nachteile gegenüber einer richtigen Maschine.
Netbooks und Tabletts sind nette Gadgets für das Nachtkästchen, um noch eine letzte Mail vor dem Schlafengehen zu schreiben, oder ein E-Book zu lesen, aber mehr nicht…

Wofür soll der Computer nun eingesetzt werden?

Meistens läuft es auf eins der vier große Felder hinaus, auf deren primären Einsatzzweck hin ausgerichtet ein PC zusammengestellt werden muss:

  • Ein Game-PC für Computerspiele
  • Eine Workstation für anspruchsvolle (meist berufliche) DTP Arbeiten wie Foto- oder Videobearbeitung
  • Ein Office-PC zum Texte schreiben oder zum im Internet Surfen
  • Eine Home Theatre PC für’s Wohnzimmer

Die größten Unterschiede der jeweiligen Computer:

Der Game PC:
Mit weitem Abstand die teuerste Maschine. Er braucht von fast allem das Maximum, vor allem eine performante CPU, viel Arbeitsspeicher und mindestens eine sehr leistungsfähige Grafikkarte. Er ist wegen der hohen Abwärme und seiner starken Lüfter lauter als seine Kollegen, aber das ist bei einem Spiele PC weniger wichtig, da der Benutzer meistens mit einem Kopfhörer am Rechner sitzt und von der Maschine nichts mitbekommt.

Die Workstation:
Ein abgespeckter Game PC ist eine gute Basis für eine Workstation. Pflicht ist jedoch eine erhöhte Ausfallsicherheit. Also baut man der Workstation mindestens zwei Festplatten ein, die ihren Inhalt untereinander spiegeln. Fällt eine aus, sind sämtliche Daten noch auf der zweiten Festplatte vorhanden. Obwohl der PC nicht zum Spielen eingesetzt wird, bekommt er eine “Gamer-Class” Grafikkarte, denn moderne Grafik- und Videobearbeitungsprogramme können die Grafikkarte des PCs als zusätzliche Recheneinheit (GPU) nutzen und dadurch für den Anwender extreme Geschwindigkeitsvorteile herausholen.

Der Office- und Internet PC:
Er braucht nicht so schnell zu sein wie eine Workstation und mittlerweile reicht die Leistung einer onBoard Grafiklösung für seinen Einsatzzweck mehr als aus. Hier trimmt man den PC eher auf einen leisen und sparsamen Betrieb, damit man in Ruhe arbeiten kann. Für einen primären Office-PC, auf dem wichtige Dokumente erstellt werden, ist der Einbau einer zweiten Festplatte trotzdem eine Überlegung wert.

Der Home-Theatre-PC:
Seine wesentlichen Merkmale sind schick auszusehen und keinen Lärm zu erzeugen. Für “HTPCs” gibt es spezielle Gehäuse mit durchdachten Lüftungswegen und extra Displays, die aber mal schnell alleine schon 400 Euro aufwärts kosten. Spezielle Kühler ermöglichen eine passive (lüfterlose) Kühlung der CPU, die darum meistens recht schwach ausfällt. OnBoard Grafiklösungen reichen mittlerweile sogar für die Wiedergabe von HD-Material aus, weshalb man sich den Einbau einer externen Grafikkarte in der Regel sparen kann.

Je weiter man sich von einem reinen Server, Gaming-PC oder Workstation entfernt, desto weniger kann man falsch machen und desto günstiger wird ein Computer insgesamt.

Alle Komponenten vorzustellen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, darum verteile ich die einzelnen Baugruppen in kleinere Happen:

Ich möchte noch einmal betonen, dass alle Komponenten eins Computers sorgfältig aufeinander abgestimmt sein sollten. Es ist nicht so einfach, wie man es im ersten Moment glaubt, einen PC zusammenzustellen. Ein Office Rechner wird kein Gamer-PC, nur weil man ihm eine schnelle Grafikkarte einbaut!
Es gilt beim Aufrüsten eines PCs immer, den “Flaschenhals” des Systems zu finden und zu eliminieren. Wenn z.B. die CPU ständig am Limit läuft, sollte man sich überlegen, den Prozessor gegen ein besseres Modell zu tauschen. Eine schnellere Festplatte würde in diesem Fall nicht sehr viel bringen außer unnötiger Kosten :-/

Meistens müsste man aber nach der CPU den Arbeitsspeicher, nach dem Arbeitsspeicher die Grafikkarte, nach der Grafikkarte das Mainboard und nach dem Mainboard die Festplatte tauschen. Ein Teufelskreis! Und es kommt schnell vor, dass die neuen Komponenten sich nicht mit dem erst ein bis zwei Jahre alten PC vertragen… Die Industrie führt nicht umsonst alle paar Jahre neue Bussysteme, CPU-Sockel und RAM ein.

Hier macht es mitunter mehr Sinn, den kompletten PC zu einem guten Preis zu verkaufen und das für’s Aufrüsten veranschlagte Geld zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf gleich in eine neue Maschine zu investieren.
Einige meiner Bekannten besorgen sich mit dieser Methode alle Jahre einen neuen Computer und müssen für das 1.500 Euro System nur 200 bis 400 Euro drauflegen, weil sie den Rest für ihren gebrauchten Rechner bekommen.

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