Der optimale PC – Die Controller

In der „Computersteinzeit“ gab es auf dem Motherboard nur Anschlüsse für Tastatur, Maus und Drucker. Alle weiteren Komponenten mussten über Schnittstellenkarten realisiert werden. Festplattencontroller, Netzwerkkarte, Soundkarte, Modem / ISDN-Karte, Grafikkarte und 3D-Beschleuniger – alles musste zusätzlich erworben und auf das Mainboard gesteckt werden. Da wurden die Steckplätze ziemlich schnell rar…

Aktuelle Chipsätze haben mittlerweile alle diese Funktionen direkt auf das Mainboard verlagert, so dass im extremsten Fall eines Internet- oder Office-PCs gar keine zusätzliche Karte mehr eingesteckt werden muss, und alle Schnittstellen vorhanden sind.

Was den PC extrem billig macht, ist auf der anderen Seite aber zu einem großen Nachteil ausgewachsen: Sämtliche Komponenten sind auf geringe Kosten optimiert und greifen für ihre Dienste auf die CPU des Computers zurück. Sound-, Netzwerk- und Datenträgerverwaltung nagen an den kostbaren Ressourcen des Prozessors.
Im Idealfall ist das bei einem Office- oder Internet-PC nicht weiter schlimm, da die CPU sowieso vor sich hin ‚idelt‘ – also nichts zu tun hat.

Bei Game-PCs wirkt sich dieser Nachteil aber extrem lästig aus, denn beim Spielen zählt jede Millisekunde und bereits geringste Ruckler können über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Nicht besser ergeht es den Workstations: Gerade bei umfangreichen Berechnungen von Videodaten oder der Umwandlung von Fotos läuft der Prozessor bereits am Limit. Genau dann wird aber durch die Datenträgerverwaltung im ungünstigsten Moment wichtige Rechenleistung verbraten, was die Arbeit insgesamt spürbar verlangsamt.

Vor einigen Jahren war mit „Controller“ ein SCSI-Controller gemeint, den man zum Anschluss einer SCSI-Festplatte, eines Scanners oder Streamers brauchte. Diese Geräte kamen zu 90% von der Firma Adaptec, die sich einen guten Namen für einen Hersteller von SCSI-Controllern gemacht hat. Mittlerweile sind diese Geräte aber fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Unter „Controller“ versteht man heute eigentlich nur noch einen RAID-Controller, der aus verschiedenen Festplatten einen großen, virtuellen Verbund zusammenstellen kann. Gebräuchlich sind SATA-Controller, da die Festplattenpreise hier sehr angenehm sind. Im Profi Umfeld sieht man noch hier und da SAS-Geräte (SCSI), welche aber sehr speziell sind und für Normalanwender eigentlich nicht in Frage kommen. Allein schon wegen der extremen Preise. Da bekommt man schon fast ein Solid State Drive…

Gerade wenn man bei einer Workstation ein RAID-5 einsetzt, werden bei jedem Schreibvorgang neben den Datenträgerzugriffen auch noch Paritätsberchnungen zwecks redundanter Daten fällig (deswegen darf auch eine Festplatte ausfallen, ohne dass dabei Daten verloren gehen). Hardware-RAID-Controller haben Chips verbaut, welche sich ausschließlich um diese Belange kümmern und die CPU dadurch komplett entlasten.

Hardware-RAID-Controller sind leider nicht so günstig und darum professionellen Anwendern vorbehalten. Einstiegspreise bei 4-Port Karten liegen um 130 Euro für einen „Promise FastTrak TX4660„* Controller und gehen bis zu 250 Euro für ein Karte von 3Ware, den „3Ware Escalade 9650SE-4LPML„*.
Dazu kommen noch besondere Anschlusskabel und unter Umständen eine Batterieeinheit, wenn man die internen Puffer beim Zwischenspeichern verwenden und trotzdem auf Nummer Sicher gehen möchte, dass beim Stromausfall die Daten nicht verloren sind.

Nutzt man eine so ausgestattete Workstation beruflich, rechnen sich die Mehrkosten aber bald, da man effizienter arbeiten kann und die Maschine insgesamt schneller wird.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.