40 mm bis 120 mm Lüfter

Der optimale PC – Die Lüfter

Moderne PCs produzieren viel Abwärme. Diese muss möglichst schnell aus dem Gehäuse abgeleitet werden, damit die Komponenten nicht unter der Hitze leiden oder zu Schaden kommen. Das ist die Aufgabe der Lüfter.

Neben dem Lüfter, der im Netzteil verbaut ist, kommen in der Regel noch drei weitere zusätzlich in das Gehäuse.

Der erste sitzt in die Rückwand und zieht die warme Luft der Grafikkarte und CPU nach draußen, damit sie nicht vom Netzteil entsorgt werden muss und es dadurch zusätzlich aufheizt. Diese Lüfterposition gibt es schon sehr lange.

Relativ neu hingegen ist der zweite Lüfter, der im Deckel des Gehäuses eingebaut wird und die heiße Luft direkt nach oben ins Freie leitet. Gerne bildet sich dort im Gehäuse ein gemeiner Hitzestau, da die heiße Luft nach oben steigt und sich sammelt. Dem setzt der Ventilator im Deckel nun ein schnelles Ende.

Der dritte Lüfter steckt schließlich entweder vor oder neben den Festplatten und sorgt für aktive Kühlung dieser auf Wärme sehr empfindlich reagierenden Komponenten. Da die Festplatten aber in letzter Zeit wieder an Drehzahl verloren haben (Stichwort “Green-” oder “Eco-” HDD) und von den beiden anderen Lüftern und dem Netzteil im Gehäuseinneren ein solider Unterdruck erzeugt wird, geht man langsam dazu über, diesen Lüfter nicht mehr zu setzen und die Platten stattdessen vom Luftzug kühlen zu lassen, der von den anderen Gehäuselüftern erzeugt wird.

40 mm bis 120 mm Lüfter
Zu klein? Klick drauf!

Es gibt eigentlich nur noch eine Bauform für Gehäuselüfter: In der Mitte sitzt in der Nabe des Ventilators ein Motor, der an einer quadratischen Plasikkonstruktion aufgehängt ist. In der Aufhängung können sich die Lamellen frei drehen. Der Plastikrahmen hat an den Ecken vier Löcher, an denen er mit dem Gehäuse verschraubt wird.
Ein “TMD-Lüfter” (auf dem Bild der mit dem goldenen Gehäuse) hat die Antriebsspulen in den Ecken eingebaut und in der Mitte nur eine schmale Spindel, die ihn hält. Deswegen kann er in der Mitte besser kühlen, als seine Kollegen normaler Bauart. Leider hat sich diese exotische Bauform nie richtig durchgesetzt.

Einen großen Unterschied gibt es bei der Technik der Lagerung der Antriebsnabe. Hier findet man Gleitlager und Kugellager. Meine Empfehlung lautet, ausschließlich zu kugelgelagerten Lüftern zu greifen. Besser noch zu zweifach kugelgelagerten. Die 5 – 10 Euro, die man hier mehr investiert, zahlen sich auf jeden Fall durch einen ruhigeren Lauf und ein vielfach längeres Leben der Lüfter aus. Ich habe hier welche von Y.S.-Tech, die schon über fünf Jahre als Lüfter in Servern 24/7 (rund um die Uhr) gelaufen sind und auch heute noch klaglos arbeiten.

Gängige Größen für Gehäuselüfter sind eigentlich nur noch 120 mm. 140er schicken sich aber derzeit an, demnächst die ‘neuen 120er’ zu werden.
Man sollte sie den 80er Lüftern auf jeden Fall vorziehen, denn sie drehen langsamer, schaffen es aber trotzdem, dabei fast die doppelte Menge Luft umzuwälzen.
Generell gilt, dass das Laufgeräusch immer tiefer und sanfter wird, je größer man den Lüfter dimensioniert. Und auch, wenn sie auf den Datenblättern in Dezibel gleich laut sind, hat ein großer Lüfter bei gleicher Lautstärke ein angenehmeres Laufgeräusch als ein kleiner.
Richtig ekelhaft sind Mini-Lüfter mit 40 oder 50 mm Kantenlänge, die z.B. auf der Northbridge des Mainboards sitzen, und sich im Betrieb anhören, als würden Moskitos durchs Zimmer fliegen. Diese gilt es nach Kräften zu vermeiden!

Größer? Klick drauf!

Tipp für den Einbau:
Leicht zu merken: Beim Gehäuse muss die Luft vorne rein und hinten raus!
Die Lüfter blasen eigentlich immer in Richtung Typenschild auf der Rückseite des Motors. Bessere Modelle haben die Drehrichtung und die Richtung des Luftstroms in Form von Pfeilen auf ihr Gehäuse gedruckt.

Mein absoluter Favorit war für viele Jahre die Firma Y.S.-Tech. Leider ist dieser Hersteller in letzter Zeit immer mehr von der Bildfläche verschwunden.
Vom Hype um die Firma Papst habe ich nicht viel gehalten. Die meisten Produkte waren für ihre Verarbeitung in meinen Augen überteuert.

Seit ein paar Jahren kommen auch Lüfter mit eingebauten LEDs in Mode, die dann funkeln, leuchten und blitzen. Das soll aber jeder für sich entscheiden, ob sein PC leuchten soll wie ein Weihnachtsbaum. Hauptsache der Lüfter ist gut gelagert und leise im Betrieb ;)

Lüfter Steuerung:

Früher gab es Lüfter, die hatten Thermoelemente eingebaut und konnten ihre Drehzahl selbst regulieren, je nachdem, wie heiß die Luft war, die sie umflossen hat.

Alternativ konnte man die Lüfter manuell regeln, wenn man etwas mehr Ruhe haben wollte. Eine kostengünstige Lösung war ein Bedienelement, das man in einen 5,25 Zoll Slot ins Gehäuse geschraubt hat, an dessen Front vier große Drehregler waren. Hier hat man die Lüfter des Gehäuses und vom CPU-Kühler angesteckt und dann manuell geregelt. Im Winter weniger, im Sommer mehr. Allerdings war die Gefahr gegeben, unbeabsichtigt viel Schaden anzurichten, wenn man die Lüfter zu langsam gestellt hatte und Komponenten überhitzt sind.

Nicht mehr so günstig waren dann automatische Lüftersteuerungen. Die kamen auch in einen freien Gehäuseslot und es wurden die Lüfter ebenfalls direkt an das Gerät angeschlossen. Zusätzlich gab es für jeden Kanal einen Messfühler, der die Temperatur am Kühler des Geräts gemessen hat, in dessen Nähe der Lüfter montiert war. Das lief sehr gut, hat aber leider stolze 100 Euro gekostet.

Heute braucht man das alles nicht mehr, denn der CPU-Lüfter wird z.B. schon lange direkt vom Mainboard kontrolliert und dreht nur so schnell, wie er muss. Der Grafikkartenlüfter wird von der Grafikkarte gesteuert. Und die Gehäuselüfter können ab Boards der Mittelklasse auch schon über das BIOS thermisch geregelt werden. Meistens jaulen sie beim Start des PCs kurz auf, um den Staub abzuschütteln, und fahren dann auf 30% der Maximaldrehzahl zurück. Dabei sind sie kaum noch zu hören. Wird der PC unter Last wärmer, regelt das Mainboard die Lüfter nach und gibt ihnen mehr Spannung.

Wer so ein System mal in Betrieb hatte, der wird keinen Rechner mehr ohne thermisch geregelte Lüfter haben wollen!

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.