Der optimale PC – Eingabegeräte

Klassisch und seit Anbeginn der Computerzeit ist die Tastatur das Mittel der Wahl, wenn es um Interaktion mit dem Rechner geht. Vor 20 Jahren kam dann zusätzlich die Maus ins Spiel, und die Welt wurde immer „Klicki-Bunti“. Mit diesen beiden Eingabegeräten kann man aber schon ganz schön was auf die Beine stellen, und für die meisten Bürojobs braucht es auch keine weiteren Werkzeuge mehr.

Was es bei der Auswahl zu Beachten gilt und was es sonst noch alles auf dem Markt für ausgefallene Sachen gibt, möchte ich nun zeigen:

Meistens lässt man dem Computer viel Liebe und Geld angedeihen, knausert dann aber bei den Eingabegeräten und greift zu einer Tastatur für 10 und einer Maus für 5 Euro. Dann wundert man sich Tag um Tag, warum der Mauszeiger „zuckt“ und willkürlich springt, und man nach der Eingabe von einer A4-Seite Text schon „Aua“ in den Handgelenken hat.

Qualität hat eben seinen Preis, und gerade bei den Eingabegeräten kann man es sich eigentlich nicht leisten, etwas billiges zu Kaufen!
Eine Ausnahme von der Regel gibt es allerdings: Bei zwanghaft cholerischen Computerspielern, die ihren Frust an der Hardware rauslassen, sollte das Keyboard (und evtl. andere erreichbare Gerätschaften) vielleicht nicht unbedingt sehr teuer sein :)

Spaß beiseite: Ein Designer wird mit einem Mini-Bildschirm, der einen Farbstich hat, nicht glücklich. Musiker wundern sich, warum die mit der onBoard Soundkarte aufgenommene Session quietscht, rauscht und fiept. Videos bearbeiten auf einem fünf Jahre alten Laptop?
Wenn man nicht gerade masochistisch veranlagt ist, würde sich niemand mit einem PC mehr quälen, als es unbedingt sein muss. Und gerade bei den Eingabegeräten kann man für ein paar Euro mehr einen Unterschied wie Tag und Nacht herausholen.

Bei Maus und Tastatur schreibe ich hier gar nicht mehr viel und verweise stattdessen auf meine Erfahrungsberichte zur Cherry G80-3000 und Logitech G9, meinen absoluten Favoriten auf dem Gebiet. In diesen Artikeln ist auch viel Grundsätzliches zu den jeweiligen Geräteklassen erklärt.

Was gibt es sonst noch an Eingabegeräten?

Wenn wir die reinen Office Umgebung verlassen, landen wir bei DTP (Desktop Publishing) und damit bei den Grafikern und Designern – kurz – den „Kreativen“. Diese Anwender haben besondere Anforderungen an das Arbeiten mit einem Computer, die eng mit ihrem Beruf verbunden sind.
Arbeitet man beispielsweise hauptsächlich in der Fotoretusche, wird man schnell merken, dass der „Mausklick“ eine „Alles oder Nichts“ Aktion ist. Hier gibt es entweder „Klick“ oder „Nicht – Klick“. „Ein bisschen – Klick“ geht nicht, und das nervt. Für eine sanfte Korrektur muss man im Grafikprogramm erst die Deckkraft des Werkzeugs herunterfahren, klicken, noch mal herunterfahren, wieder klicken… Man kann sich vorstellen, dass hierbei sehr viel kostbare Arbeitszeit verbraten wird, weil sich die Retusche durch das hantieren mit der Maus und den Deckkraftreglern künstlich in die Länge zieht.

Für eben diese Berufsgruppe wurden Grafiktabletts erfunden. Vor allem Wacom hat sich durch seine professionellen Tabletts hervorgetan. Die Stifte, mit denen man die Tabletts bedient, haben eine drucksensitive Spitze, welche über ca. 500, bei besseren Modellen sogar bis zu 2000 Abstufungen zwischen leichtem und vollem Druck haben. Berührt man sanft mit der Spitze des Stifts das Tablett, wird der Effekt des Grafikwerkzeugs ebenfalls nur ganz leicht auf das zu bearbeitende Foto angewendet. Verstärkt man den Anpressdruck, wird auch der Effekt stärker. So zu arbeiten ist mit einer Maus unmöglich!
Man kann sich sogar aussuchen, wofür die Druckänderung verwendet wird. Ebenfalls möglich ist, sie an die Größe des Werkzeugs zu koppeln. Drückt man stärker an, wird die Werkzeugspitze größer. Oder man nutzt sie für einen Farbverlauf. Leicht andrücken ist grün, stark andrücken ist blau, Zwischenschritte geben dann einen dynamischen Verlauf, dessen Farbe man über den Anpressdruck regeln kann. Hier ergeben sich ungeahnte künstlerische Möglichkeiten!
Die Intuos Reihe kann sogar die Neigung des Stifts als Datenquelle auswerten. So lassen sich z.B. kinderleicht drehende Pinselspitzen realisieren.
Ein weiterer Vorteil gegenüber der Maus ist die absolute Position des Zeigers beim Arbeiten mit dem Tablett. Eine Maus ändert die Zeigerposition relativ zu ihrer Lage. Ist sie links unten auf dem Mauspad und ich bewege sie, springt der Zeiger auf dem Schirm nicht automatisch auch nach links unten. Anders beim Tablett. Das bildet den Schirm „Eins zu Eins“ ab und an genau die Stelle, an die ich den Stift auf dem Tablett halte, springt auch der Zeiger auf dem Bildschirm. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, wenn man den Bogen aber raus hat, arbeitet man mit dem Stift blind!
Die professionellen Varianten der Tabletts lauten auf den Namen Intuos, welche mittlerweile in der vierten Generation verfügbar sind. Es gibt sie in verschiedenen Größen:
Wacom Intuos 4 „S“ (A6) *
Wacom Intuos 4 „M“ (A5) *
Wacom Intuos 4 „L“ (A4) *
Wacom Intuos 4 „XL“ (A3) DTP-Version *

Speziell für Designer von 3D-Modellen gibt es ein Eingabegerät Namens „Phantom Device„. Mit ihm steuert man dreidimensional ein Werkzeug, wie man es in Wirklichkeit auch machen würde. Sehr speziell, sehr teuer, aber auch sehr effizient für alle, die es produktiv einsetzen können.

Um nun die linke Hand noch stärker in den Workflow einzubeziehen, gibt es sogenannte 3D-Eingabegeräte oder 3D-Mäuse. Die Firma 3Dconnexion, ein Ableger von Logitech, stellt seit Jahren recht erfolgreich Geräte dieser Klasse her. Meistens kommen sie bei CAD/CAM Anwendungen zum Einsatz. Während man mit der rechten Hand die Maus führt, um ein Objekt zu bearbeiten, kann man es gleichzeitig mit der linken Hand drehen, zoomen, schwenken und neigen. Das funktioniert übrigens auch bei der Grafikbearbeitung! Weil man intuitiv und vor allem gleichzeitig Schwenks und Zooms ausführen kann, stellt eine 3D-Maus eine unschätzbare Hilfe und Steigerung der Arbeitsleistung dar, wenn man sie richtig einsetzen kann.
Es gibt drei Modelle, die momentan interessant sind:
3Dconnexion „SpaceNavigator“ (2 Tasten) *
3Dconnexion „SpaceExplorer“ (15 Tasten) *
3Dconnexion „SpacePilot PRO“ (21 Tasten + Display) *
Das Spitzenmodell, der SpacePilot PRO, erinnert mit seinen 21 frei belegbaren Tasten und dem eingebauten Farbdisplay aber schon eher an die Kommandobrücke von Raumschiffen aus Sci-Fi Filmen, als an den Schreibtisch in der Arbeit ;)

Zum Spielen und zum Arbeiten gleichermaßen nützlich kann man Zusatztastaturen mit frei programmierbaren Tasten (sogenannte „Klauen“) verwenden. Ist man genervt von komplizierten aber immer wieder gebrauchen Tastaturkürzeln (wie z.B. Strg+Alt+S für „Speichern unter“), besorgt man sich entweder eine Tastatur, die schon programmierbare Sondertasten hat, oder eben eine solche „Klaue“, deren Tasten alle mit beliebigen Kommandos programmiert werden können. Diese Werkzeuge gibt es von Saitek, Belkin oder Logitech (G13 Advance Gameboard)* und kosten ab 50 Euro. Hat man sich einmal an diese Geräte gewöhnt, kann man seine Effizienz im Umgang mit manchen Anwendungen deutlich steigern!

Gänzlich andere Eingabegeräte werden von Computerspielern benötigt:

Schon relativ früh auf den Markt kam der Joystick. Mit ihm werden Flugsimulationen gesteuert und mittlerweile gibt es sie sogar bis hin zu einer Detailtreue, mit denen man zu Hause ein „echtes“ Cockpit nachbauen kann. Die Firma Thrustmaster hatte sich einst einen Namen mit originalgetreuen Nachbauten von Joysticks berühmter amerikanischer Kampfflugzeuge gemacht, bei denen der Flightstick, die Schubeinheit und sogar die Ruderpedale einzeln erhältlich waren.
Heute gibt es vor allem noch Saitek, welche gute Flugsteuerungen bauen. Und meine Lieblingsfirma, Logitech, hat ebenfalls das dreiteilige „G940 Flight System„* im Programm. Allerdings ist es wirklich nur für echte Flug-Enthusiasten, denn mit einem Preisschild von ~ 300 Euro ist es für Gelegenheitsspieler deutlich zu teuer.

In Ermangelung von Lenkrädern musste man früher die Rennsimulationen ebenfalls mit einem Joystick steuern. Die Nische wurde erkannt und inzwischen sehr erfolgreich besetzt. Die klapprigen Plastiklenkräder von damals sind zum Glück motorisierten Varianten aus Metall gewichen, die mittels Gegenkraft (Force Feedback) ein originalgetreues Feeling des virtuellen Rennwagens erlauben. Leider sind die guten Lenkräder auch recht teuer und 250 Euro sollte man für ein vernünftiges Modell wie das „Logitech G27 Racing Lenkrad„* schon hinlegen, wenn man es ernst meint. Dafür kann man sich dann zu Hause fast wie ein echter Rennfahrer fühlen.
Am Rande: Exklusiv für die Playstation 3 gibt es das derzeit beste Lenkrad, welches man für Geld kaufen kann: Von Thrustmaster das „T500 RS GT Racing Wheel„* für stolze 450 Euro.

Mit den richtigen Eingabegeräten kann man seinen Rechner entweder zur super effizienten Arbeitsmaschine oder zu einem realistischen Simulator hochzüchten.
Schließt man den Computer nun noch an eine großzügig dimensionierte Stereoanlage an, die man beim Spielen laufen hat, bekommt man ein beinahe authentisches Spielgefühl; als würde man wirklich im Flugzeug oder Rennauto sitzen.

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