Uralte Festplatte im 5,25 Zoll Format mit ca. 20 MB Kapazität

Der optimale PC – Laufwerke

Nichts hat sich bei der Computertechnologie so rasant weiterentwickelt, wie die Laufwerke. Festplatten im Besonderen. “Fest – Platte” kommt vom Englischen “Hard – Disk – Drive” (HDD). Der Begriff unterschied in grauer Vorzeit eben die “harten Platten” von den “weichen”, den Disketten, welche bis zur Einführung des 3,5″ Formats wabbelig weich und biegsam waren.

Uralte Festplatte im 5,25 Zoll Format mit ca. 20 MB KapazitätBegonnen habe ich vor rund 20 Jahren mit einer 20 Megabyte (MB) Festplatte – nicht Gigabyte – Megabyte! Ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten Jahren die 20 Terabyte (TB) Festplatte erleben werde. Dann hat sich die Kapazität des Laufwerks bei gleicher Raumnutzung um den Faktor ‘eine Million’ erhöht – Wahnsinn!

Im “nicht-Server-Umfeld” gibt es nur noch einen Anschluss, der gebräuchlich ist: Serial ATA, kurz S-ATA. Im Gegensatz zum alten P-ATA, an dessen Kabel man zwei Laufwerke hängen konnte, schließt man pro SATA-Port genau ein Laufwerk an. Das vereinfacht die Konfiguration. Außerdem sind die Kabel angenehm geschrumpft, verglichen mit den alten, breiten Pfostensteckern und Flachbandkabeln.

Für PCs ist bei Festplatten eigentlich nur das 3,5 Zoll Format von Interesse. 2,5 Zoll Platten werden in Notebooks oder kleinen externen Datenträgern verbaut, 1,8 Zoll Laufwerke sind für Tabletts oder Netbooks. Vernünftige Leistung und Kapazität bekommt man aber nur bei den Standard 3,5 Zoll Laufwerken.

Das DVD Laufwerk wird angesichts von Direct-Downloads, USB-Sticks und der Möglichkeit, sogar ganze Betriebssysteme über eben diese zu installieren, immer weiter verdrängt. Keiner meiner Rechner der letzten Zeit hatte noch ein optisches Laufwerk eingebaut. Zur Not habe ich einen externen DVD-Brenner, der per USB an den Computer angeschlossen wird, wenn wirklich mal was zum Brennen ist oder ich etwas von einem optischen Datenträger lesen möchte. Das kommt aber nur alle paar Monate vor.
Andererseits ist es bei Preisen um die 40 Euro für einen DVD-Brenner fast schon egal, ob man einen einbaut oder nicht…

Eine neue Erfindung und mit Sicherheit die Zukunft der Speichertechnologie ist die “Solid-State Disk” (SSD). Anders als bei der herkömmlichen Festplatte, die mechanisch mit Magnetscheiben und Schreib-/Leseköpfen arbeitet, sind die SSDs grob gesprochen schnelle USB-Sticks in einem Festplattengehäuse. Und “schnell” bedeutet hier “wahnsinnig unglaublich Turboschnell” – in jeder Beziehung.
Bei Festplatten gibt es immer Zugriffszeiten, die auftreten, wenn der Schreib-/Lesekopf sich bewegen muss und dann darauf wartet, bis die Daten auf der Magnetscheibe unter ihm ankommen. Bei SSDs gibt es diese Wartezeiten nicht, da auf sämtliche Daten in den Flashspeichermodulen sofort zugegriffen werden kann.
Moderne Festplatten haben Datenübertragungsraten von etwa 120 MB/s. SSDs bringen es schon mal locker auf 500 MB/s (lesen) bzw. 300 MB/s (schreiben).
Da in der Solid-State Disk außerdem keine mechanischen Teile arbeiten, ist die theoretische Lebensdauer auch bedeutend länger.
Wo ist dann der Haken? Derer gibt es leider gleich vier:

  • SSDs sind unglaublich teuer. Für ein vernünftiges Laufwerk kann man 500 Euro einplanen. Die Besten baut momentan Intel mit der 510er Serie: Solid-State Disks Serie 510 von Intel *
  • SSDs haben eine geringe Kapazität, verglichen mit herkömmlichen Platten. Für 500 Euro bekommt man gerade mal um die 250 GB Speicherplatz. Daher kombiniert man in der Regel eine “SSD Systemplatte” mit einer “HDD Datenplatte”.
  • SSDs haben eine besondere Lebensdauer: Flashspeicher kann leider technisch bedingt nicht unendlich oft wiederbeschrieben werden. Mit jedem Schreibzugriff gehen ein paar Speicherzellen kaputt, die aber im Hintergrund durch einen Pool ersetzt werden. Im Laufe der Zeit wird dieser Pool aufgebraucht und die SSD verliert dann langsam an Kapazität. Die Hersteller geben die Lebensdauer der SSD daher in der Form an, wie viele Terabyte man garantiert auf das Laufwerk schreiben kann, bevor der Pool entleert ist und die Kapazität leidet. Das betrifft aber nur Schreibzyklen. Auslesen kann man die Module beliebig oft.
  • Eine SSD kann man nicht vollständig löschen. Anders als die klassische HDD, die man vollständig mit “Nullen” beschreiben kann, bevor man sie verkauft, kann man die SSD nicht so einfach löschen. Das bedeutet, dass bei einem eventuellen Verkauf sensible Daten wiederhergestellt werden könnten.

Welche Möglichkeiten habe ich dann bei der Laufwerkskonfiguration des Rechners?

  • Der einfachste Fall besteht aus einer einzigen Festplatte. Das ist der Standard für kleine Office- oder Internet-PCs.
  • Für Workstations oder ‘wichtige’ Office-PCs steckt man zwei Festplatten gleicher Kapazität ein und verbindet sie über den Controller (ab Boards der Mittelklasse) zu einem “RAID-1” Verbund. RAID-1 bedeutet, dass der Inhalt der Festplatten im laufenden Betrieb gespiegelt wird und man auf beiden Laufwerken immer die gleichen Daten hat. Geht eine Platte kaputt, sind die Daten auf der anderen Platte noch vorhanden. Nachteil: Man kauft zwei Festplatten, hat aber nur die Kapazität von einer. Bei den gegenwärtig sehr günstigen Plattenpreisen fällt dieser Nachteil aber nicht mehr so hart aus wie früher. Office PCs brauchen auch keine 2 TB Platten!
  • Bei Game-PCs geht man den umgekehrten Weg: Man nimmt ebenfalls zwei Festplatten, verbindet sie aber mit “RAID-0” zu einem “Stripe”. Hier erhält man eine “virtuelle Festplatte” mit der doppelten Kapazität und annähernd doppelter Geschwindigkeit, welche die einzelnen Laufwerke bieten würden. Der Nachteil liegt aber auf der Hand: Man erkauft sich den Temposchub mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Daten verloren gehen. Denn geht ein Laufwerk kaputt, sind alle Daten hin, auch die des noch funktionierenden Laufwerks. Was aber bei Game-PCs und regelmäßiger Datensicherung auf einen externen Datenträger nicht unbedingt sehr schlimm ist.
  • Große Workstations, die z.B. für Videobearbeitung genutzt werden und immensen Speicherplatz brauchen, werden in der Regel mit einem speziellen Hardware-RAID Controller ausgestattet, der die CPU des Computers bei Datenträgerzugriffen entlastet. An ihn werden dann z.B. vier Laufwerke angeschlossen, die zu einem RAID-5 verbunden werden. Dabei geht die Kapazität einer Platte für die Datensicherheit verloren. Der Speicherplatz der restlichen drei Festplatten wird zu einem großen virtuellen Laufwerk zusammengefasst. Nun kann eine Platte ausfallen, ohne dass man seine Daten verliert. Nachdem das Laufwerk ersetzt worden ist, springt ein Wiederherstellungsmechanismus an, der den Inhalt aller vier Laufwerke neu berechnet. Ist der Vorgang nach etwa fünf Stunden abgeschlossen, hat man wieder Ausfallsicherheit für ein Laufwerk.
  • Sonderfall: Steht ein großes Budget zur Verfügung und möchte man die Systemleistung steigern, benutzt man als Systemplatte eine “Solid-State Disk” und für die Daten eine herkömmliche Platte, wahlweise einzeln oder im RAID-Verbund.

moderne FestplatteFrüher gab es eine Menge Firmen, die Festplatten hergestellt haben. Mittlerweile sind die meisten zusammengewachsen bzw. von Konzernen aufgekauft worden. Der letzte große Deal war, dass Samsungs Festplattensparte an Seagate geht. Damit sind neben Seagate nur noch Hitachi und Western Digital als große Festplattenhersteller übrig. Persönlich tendiere ich zwischen Seagate und Samsung. Da beide in Zukunft nur noch eine Firma sind, werde ich wohl bei Seagate hängen bleiben.
Seagate Festplatten habe ich letztens viel “Barracudas” verbaut:
Seagate Barracuda Green Festplatten *

In dem Zusammenhang verweise ich auch auf den Artikel “Grundlegende Gedanken zur Datensicherung“…

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