Arbeitsplatz mit zwei Bildschirmen

Der optimale PC – Monitore; Einschirm, Zweischirm oder Dreischirm?

Arbeitet, spielt oder entspannt man an einem Computer, braucht man von ihm ein optisches Feedback. Bis vor wenigen Jahren war das noch in der Form eines großen, schweren und klobigen Würfels auf dem Schreibtisch der Fall. Die wurden aber zum Glück schnell von flachen TFT-Bildschirmen ersetzt, die immer größer und besser werden und trotzdem immer weniger kosten.

Ein PC – ein Monitor.

Diese Regel ist heute jedenfalls überholt. Mit mehreren Bildschirmen kann man die Produktivität am Computer enorm steigern. Die ersten paar Tage muss man sich zwar erst an das neue Setup gewöhnen, danach läuft die Arbeit aber so natürlich auf zwei oder sogar drei Bildschirmen, dass man nie wieder nur an einem Schirm arbeiten möchte.

Röhrenmonitore sind ausgestorben. Niemand braucht diese flimmernden 25-kg-Monster mehr auf seinem Schreibtisch! Nun kann man sich zwischen TFT-Bildschirmen mit herkömmlicher (Neon)-Beleuchtung oder den neuen LED-beleuchteten Modellen entscheiden. Da würde ich zur LED-Variante greifen. Der Aufpreis wird durch sattere Farben und einen besseren Kontrast wett gemacht.

Nachdem der Formatkrieg 4:3 gegen 16:10 zu Gunsten des letzteren entschieden worden ist, fiel den Displayherstellern auf,  dass es günstiger wäre, die Schirme gleich in 16:9 zu bauen, weil man die Panele für die TV-Bildschirme ja bereits in diesem Format schneidet und man in den Fabriken nicht mehr zweigleisig fahren müsste. Darum verdrängt jetzt schon 16:9 das noch gar nicht so lang aktuelle 16:10.

Vom Anschluss sollte der Monitor auf alle Fälle digital sein, egal ob mit HDMI- (aktuell), DVI- (älter) oder Display-Port- (Zukunft) Stecker. Einen analogen “SUB-D” Stecker (blau, dreireihig, 15 Pins) bitte nicht benutzen, wenn er wegen abwärtskompatibilität noch vorhanden sein sollte. Hier wird das digitale Bild des Computers nämlich von der Grafikkarte erst analog gerechnet, durch das Kabel geschossen, damit es der Monitor dann wieder digital umrechnen kann. Zwei völlig unnötige Signalwandelschritte, die beide auf Kosten der Bildqualität gehen. Außerdem verliert ein digitaler Bildschirm dann seinen größten Vorteil: Er kann auf digitalem Weg jeden Bildpunkt, den der Computer erzeugt, eins zu eins darstellen. Bei der “digital-analog-digital” Wandelung weiß der Monitor dann manchmal nicht genau, wo das Bild hin soll, und man muss die Lage manuell korrigieren.

Die “Optimale Auflösung”

Jeder Bildschirm hat eine “optimale Auflösung”. Nur mit dieser sieht das Bild gut aus! Das liegt an besagter Tatsache, dass dann jeder Pixel auf dem Schirm vom Computer exakt angesprochen werden kann. Ändert man die Auflösung und macht sie kleiner, müssen vom Computer die Pixel am Monitor quasi “zusammengepappt” werden, damit sie ein Bild darstellen können. Und dabei treten hässliche Verzerrungen auf. Daher muss ein TFT-Bildschirm immer mit seiner optimalen Auflösung betrieben werden. Welche das ist, steht in der Anleitung.

Momentan braucht man also nicht lange überlegen, was man kauft: 24 Zoll – Pardon, “Zoll” darf man ja laut einer vollkommen bescheuerten neuen EU-Richtlinie nicht mehr sagen (ist wie bei PS und KW beim Auto :-/) – 61 cm (was ein Quatsch!) sollte der Schirm haben. Darauf lässt sich dann beim 16:9 Format angenehm eine Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten (Pixeln – px) darstellen. Am Besten verfügt er außerdem über einen HDMI oder Display Port Stecker und hat eingebaute Lautsprecher. Die reichen in der Regel für alle Anwender außer den Computerspielern, Musikern und Videobearbeitern.

Viele Firmen bauen mehr oder weniger tolle Bildschirme. Nutzt man den PC beruflich als Grafiker oder Fotograf, empfiehlt sich ein Eizo-Bildschirm. Die sind zwar horrend teuer, haben aber eine sehr gute Farbwiedergabe. Eine Klasse darunter sind Schirme von NEC oder Samsung zu finden, die ebenfalls einen guten Ruf haben.
Bitte trotzdem unbedingt die Bildschirme kalibrieren! Die teuren Eizo Schirme haben einen Colorimeter im Lieferumfang. Bei den Anderen muss man sich das Teil noch extra dazu kaufen.
Privatanwender können aber natürlich zu günstigeren Modellen von Herstellern wie HannsG (Geheimtipp!), BenQ, Liyama oder LG greifen. Aber auch (bzw. gerade) hier würde sich eine Kalibrierung lohnen. Vielleicht kann man sich ja aus dem Bekanntenkreis ein Colorimeter borgen…

Mehr-Schirm-Systeme:

Arbeitsplatz mit zwei BildschirmenAlleine wenn man sich auf dem Hauptschirm berieselt (rechts) und ein paar Minianwendungen auf dem zweiten Bildschirm positioniert (links), ist es die Anschaffung schon wert. Ich habe am Nebenschirm den Kalender, eine Anzeige der Auslastung der CPU und des RAMs, eine Uhr und den aktuellen Wetterbericht offen. Der Audioplayer ist auch auf dem Nebenschirm verankert, damit man ihn und die Anwendungen immer im Blick hat, auch, wenn das Programm auf dem Hauptschirm maximiert ist und die komplette Bildschirmfläche inklusive Taskbar einnimmt.

Warum zwei Schirme oder mehr?

Bei der Arbeit kann ein zweiter Schirm ebenfalls sehr behilflich sein: Sagen wir mal, wir möchten Teile einer Internetseite in ein Textdokument übernehmen. Bei nur einem Bildschirm verkleinert man nun entweder die Fenster des Browsers und der Textverarbeitung, um beide Inhalte gleichzeitig zu sehen, in der Webseite zu markieren und in die Textverarbeitung einzufügen. Meistens verliert man dabei aber die Übersicht oder muss sehr viel scrollen, weil man zu wenig Platz hat.
Oder man kopiert die Passage der Website in die Zwischenablage, wechselt über “Alt+Tab” zur Textverarbeitung und fügt sie dort ein, wechselt mit “Alt+Tab” wieder zurück und so weiter und so fort.
Beide Methoden funktionieren natürlich, sind aber nicht sonderlich effizient. Ein zweiter Schirm, auf dem die Internetseite dargestellt wird, während auf dem Hauptschirm die Textverarbeitung läuft, schafft hier einen enormen Übersichtsgewinn und Zeitvorteil.

Meistens hat man sogar einen zweiten Schirm im Keller stehen, einen alten TFT, der durch ein größeres Modell ersetzt worden ist. Den kann man prima als Zweitschirm nutzen! Alle Grafikkarten der letzten paar Jahre haben mindestens zwei Ausgänge. Es macht auch nichts, wenn die Bildschirme verschiedene Auflösungen haben, da die Grafikkarte auf den zwei Ausgängen mit unterschiedlichen Größen und Formaten umgehen kann.
Bei mir habe ich auf dem Hauptschirm 61 cm, 16:10 mit 1920 x 1200 px. Die Nebenschirme sind 48 cm groß, 4:3 und laufen mit 1280 x 1024 px. Sie funktionieren Problemlos gleichzeitig.

Drei Schirme?

Für drei Schirme braucht man entweder zwei ältere Grafikkarten oder eine aktuelle von ATI, die über eine “Eyefinity”-Option verfügt. Mit den großen Modellen dieser Baureihen kann man sogar bis zu sechs Schirme gleichzeitig an einer Karte betreiben. Möchte ich aber von zu Hause aus nicht im großen Stil an der Börse handeln, ist das glaube ich zu viel des Guten…

Bei normalen Anwendungen bringt der Schritt von zwei auf drei Bildschirme bei der Effizienz auch nicht mehr so viel, wie bei dem Schritt von einem auf zwei.
Drei Schirme sind z.B. nötig, wenn man für Grafik- oder Videobearbeitung neben dem “Arbeitsschirm” umfangreiche Paletten oder Menüs auf dem zweiten und einen dedizierten – dritten – Vorschaubildschirm braucht. In dem Fall macht die Anschaffung aber unbedingt Sinn, weil man sie vernünftig nutzen und den Arbeitsschritt “Kontrolle” durch den neuen Vorschaubildschirm gleich nahtlos in den Workflow integrieren kann. Das spart einem dann schnell viele wertvolle Stunden Arbeitszeit!

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