Uralte Festplatte im 5,25 Zoll Format mit ca. 20 MB Kapazität

Festplatte testen – Vorgehensweise…

Wenn der PC sich im Betrieb “komisch langsam anfühlt” oder die Festplatte auf einmal ganz anders klingt, wie man es gewohnt ist (z.B. ‘klackert’), sollte man sicherheitshalber möglichst schnell ein Backup seiner wichtigsten Daten machen (sollte man grundsätzlich immer regelmäßig machen!) und anschließend die Platte auf einen eventuellen Defekt oder Anzeichen eines auftretenden Problems testen!

Die meisten Festplattenhersteller haben Testprogramme auf den Supportbereichen ihrer Homepages gelistet, die man sich herunterladen und dann damit die eigene HDD auf Fehler testen kann. Allerdings gibt es auch ein “Schweizer Messer” in Form der “Ultimate Boot CD“, auf der schon die meisten der gängigen Tools vorbereitet sind und man sie sofort benutzen kann, ohne sich um die Erstellung eines Boot-Datenträgers zu kümmern. Anhand einer Samsung Platte zeige ich mal schnell, wie man das macht:

— Bitte die Bilder im Artikel anklicken, um sie zu vergrößern | Entschuldigt auch die schlechte Qualität der Aufnahmen —

Zuerst muss man das Image der CD auf einen Rohling brennen und dann den Computer mit der Ultimate Boot CD booten. Das läuft wie folgt:

klick drauf! Um dem PC beizubringen, dass er von CD aus starten soll und nicht von der Festplatte, muss man beim Booten den Zeitpunkt abpassen, an dem man entweder ins BIOS wechselt, diverse Rettungskonsolen starten kann oder eben auswählt, dass das BIOS vor dem Booten ein Menü mit möglichen Laufwerken bringen soll. Bei dem ASRock Board, auf dem ich das getestet habe, geht das mit “F11”. Üblicher ist dafür aber eigentlich “F12”. Dein Board schreibt Dir beim Booten aber einen Hinweis, welche Taste es bei Dir ist ^^

Im Boot-Menü wählt man dann das DVD-ROM aus, von dem im Anschluss gebootet wird. Man landet dann in Hauptmenü der Ultimate Boot CD.
Hier wählt man dann “HDD”, “Diagnostic” und schließlich eine Testsuite von Samsung, die ES-Tools.

Im Profil lässt man die Default Einstellung und es wird ein Ersatz-MS-DOS inklusive des Abbilds der Samsung Diagnostic Suite gestartet. Meldungen für Treiber einfach durchklicken, es sollte alles richtig eingestellt sein.

Befindet man sich im Samsung Tool, erst mal “Z” drücken für “Yes”, weil die englische Tastatur das “Y” an der Stelle hat, an der die deutschen Keyboards das “Z” haben. Klingt komisch, funktioniert aber.
Man wählt dann das zu testende Laufwerk und bekommt eine Menge an Optionen, die man ausführen kann.

Achtung! Hier den falschen Menüpunkt auszuwählen killt nicht nur alle Deine Daten, sondern im bösesten Fall die Platte gleich mit… Also bitte nur “Drive Diagnostic” (oder bestenfalls “Information”) auswählen und bei der Anzahl der Testläufe “1” belassen.
Der Schnelltest ist innerhalb einer Minute abgeschlossen und man bekommt eine Meldung, ob er was gefunden hat. In dem Fall bitte an den Händler wenden. Ansonsten kann man noch den Oberflächentest laufen lassen. Dabei wird die komplette Platte durchgefahren und getestet, ob ein Sektor defekt ist. Das dauert aber sehr lange (bei einer 2 TB Platte um die 5 Stunden) und sollte nur gemacht werden, wenn man sich ziemlich sicher ist, dass mit dem Laufwerk was nicht stimmt.

Und wenn mein Festplattenhersteller kein Tool anbietet und auf der UB-CD auch keins ist?

In dem Fall hilft eine nette Linux Distribution, die primär dazu dient, die Festplatte zu partitionieren. Parted Magic hat sich im Lauf der Zeit ganz schön gemausert und ist zu einer sehr anständigen Suite geworden. Unter anderem ist auch die Funktion zum Testen von Laufwerken dazu gekommen.
Auch hier gilt: Erst auf die Seite der Programmierer und ein Image von der aktuellen Parted Magic Distribution laden. Dieses kann man brennen, oder mittels eines kleinen Utilities auf einen USB-Stick laden, von dem später gebootet wird:

Genau wie bei der Ultimate Boot CD muss man beim Booten dem BIOS erklären, dass man nicht von HDD starten möchte. Im Boot-Menü wählt man dann den USB-Stick. Von diesem wird dann das Abbild von Parted Magic gestertet…

Im Startmenü von Parted Magic wählt man bei der Default Einstellung “Language” und dort “German”.

 

 

Anschließend bootet die Distribution in zwei kurzen Phasen hoch…

 

 

 

Auf dem Desktop befindet sich ein Icon mit dem Namen “Disk Health”. Das startet man mit einem Doppelklick. Es erscheint ein kleines Fenster, welches die Laufwerke anzeigt, die im PC verbaut sind. Hier klickt man auf das zu testende Laufwerk mit der rechten Maustaste und wählt die unterste Option – “Perform Test”. Im nächsten Menü lässt man den Modus auf “Short Self-Test” und klickt auf die Schaltfläche “Ausführen”.

Nach ca. einer Minute ist der Test durchgelaufen und sollte “Test Result: Completed with no Errors” melden. Hier wäre dann nichts im S.M.A.R.T. Speicher der Festplatte vorhanden, das Anlass zur Sorge geben würde. Möchte man wirklich auf Nummer Sicher gehen, kann man hier ebenfalls zum “Extended Self-Test” greifen, der die Platte umfangreicher überprüft.

Fazit: Trau Dich! So ein Plattentest ist kein Hexenwerk! Mit dem richtigen Tool an der Hand ist eine Festplatte innerhalb von fünf Minuten überprüft und man hat Gewissheit, wenn sie wirklich zu einem Defekt neigt. Das ist vor allem innerhalb der Garantiezeit wichtig, denn ein Händler nimmt das Laufwerk viel eher mit der Begründung “der S.M.A.R.T.-Test meldet Fehler” zurück, als bei der Behauptung “ich glaube meine Platte hört sich komisch an”.

Allerdings muss ich auch warnen, sich nicht blind auf den Test zu verlassen. Mir ist schon mal passiert, dass der Test ein “OK” gebracht hat und die Platte keine Woche später defekt ging. Solche Erlebnisse sind aber zum Glück die Ausnahme.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Testen und hoffentlich fehlerfreie Festplatten!

Quellen:
http://www.ultimatebootcd.com
http://partedmagic.com

Hat geklappt? Hat gar nicht funktioniert? Wie waren Deine Erfahrungen beim Plattentesten? Lass es uns wissen ;)

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3 Kommentare

  1. Die Programme taugen nichts.
    Was ich brauche ist ein Programm, was die Sektoren der Festplatte linear durchläuft und grafisch anzeigt, welche Oberflächenbereiche defekt sind, so dass ich Partitionen auf vollständig intakten Bereichen anlegen kann.
    Diese Oberflächenanalyse gibts für CD/DVD, nennt sich CD-Speed von den Nero Info Tools. Suche also ein Programm mit der gleichen Funktionalität nur für Festplatten.

    1. Das Programm HDTune hat einen grafischen Oberflächentest. Man sieht sehr anschaulich, wo defekte Stellen auf der Festplattenoberfläche sind. Mit ein bisschen rechnen kann man dann die unbeschädigten Bereiche zum Anlegen neuer Partitionen nutzen. Die Benutzeroberfläche ist ähnlich den Nero Tools.

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