Ein Colorimeter der Firma Greatag um Bildschirme zu kalibrieren
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Wie kalibriert man einen Monitor?

Mit einem Colorimeter!

Diese Geräte waren vor ein paar Jahren noch unbezahlbares Zubehör und nur in großen Druckereien oder Medienagenturen im Einsatz. Mittlerweile hat sich das Blatt zum Glück gewendet und man bekommt für den Privatgebrauch unter 200 Euro zwar abgespeckte, aber immer noch sehr gute Geräte.

Prinzipiell läuft die Kalibrierung nach folgendem Muster ab:

Ein Colorimeter der Firma Greatag um Bildschirme zu kalibrieren
Man setzt das Colirimeter an den Monitor an. Das Teil hat etwa die Dimension einer Computermaus. In dem Gerät ist eine Kamera eingebaut, die ab Werk kalibriert worden ist. Die Software des Colorimeters lässt den Benutzer dann am Monitor die Helligkeit, den Kontrast und über die Stellregler für “Rot, Grün und Blau” den Weißpunkt kalibrieren und unterstützt ihn dabei mit einer Balkenanzeige, auf der man ablesen kann, wo man noch zugeben oder wegnehmen muss.
Im Anschluss daran läuft dann automatisch die eigentliche Kalibrierung durch. Es werden sehr viele Farben dargestellt, die von der Kamera des Colorimeters aufgenommen und von der Software mit der gespeicherten “Referenzfarbe” verglichen werden. Nach etwa fünf Minuten ist der Vorgang abgeschlossen und es wird ein Korrekturprofil erstellt, welches die ermittelten “Beulen” in der Farbwiedergabe – so gut es geht – ausgleicht.
Ist der Schirm aber recht alt, kann es sein, dass man ihn nicht mehr vollständig korrigieren kann, weil das Leuchtmittel “ausgebrannt” ist. Da hilft dann nur eine Neuanschaffung.

Farbprofil nach Auswertung über ColorimeterLinks auf dem Bild kann man deutlich sehen, dass bei diesem Monitor die Farbwiedergabe von Grün und Rot tadellos ist, aber Blau abdriftet. Das neu erstellte Profil wird diese Schwachstelle nun so gut es geht kompensieren.

Warum braucht man das überhaupt?

Nur die sehr teuren Bildschirme für den DTP-Einsatz werden nach ihrer Herstellung direkt in der Firma kalibriert. Jeder Bildschirm, bei dem das nicht passiert, wird ab Werk Farben geringfügig anders darstellen. Noch schlimmer ist der Effekt, wenn es Schirme unterschiedlicher Hersteller sind.
Nutzt man ein Mehrschirmsystem, kann das “Rot” auf dem Hauptschirm auf einem der Nebenschirme in Rosa oder Lila umschlagen. Kalibriert man aber seine Bildschirme, sehen die Farben anschließend bei allen Monitoren des Systems (fast!) identisch aus.

Gibt man auf dem PC bearbeitete Fotos zum Entwickeln, kann man manchmal böse Überraschungen erleben. Was auf dem heimischen Schirm ganz OK ausgesehen hat, entpuppt sich auf dem gedruckten Foto dann als flau oder – schlimmer noch – als falschfarbig. Hier ist das Labor in der Regel unschuldig! Der “Bösewicht” ist der eigene Bildschirm, weil er nicht korrekt kalibriert wurde, und die Farben deshalb nicht so darstellt, wie er es sollte.

Es sieht nicht sofort perfekt aus? Nur Geduld!

Nach einer Kalibrierung brauchen die Augen etwas Zeit, bis sie sich an die “neuen” Farben und den Weißpunkt gewöhnt haben. Das Gehirn macht quasi eine eigene Kalibrierung, und ändert sich diese nun, dauert es ca. eine Woche, bis die neuen Einstellungen als “natürlich” und angenehm empfunden werden. Das ist aber normal und nach dieser Woche Umstellungszeit wird man sehr viele Farben und Nuancen sehen, die man vor der Kalibrierung gar nicht wirklich wahrgenommen hat.

Wegen der Vorteile kann ich das Kalibrieren der Bildschirme nur jedem wärmstens ans Herz legen. Vielleicht kauft man sich zusammen als “Nutzergruppe” in einem Haus oder zusammen mit seinen Bekannten ein Colorimeter. Unter Umständen kann man ein solches Gerät auch vom Computerhändler seines Vertrauens für eine geringe Gebühr ausleihen.

Möchte man sich ein Colorimeter kaufen, kann ich das X-Rite I1DISPLAY2 * und das ColorVision Spyder3 Elite * aus eigener Erfahrung sehr empfehlen.

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