Computer Praxis | Tipps und Tricks

Windows beschleunigen – Entschlacken mit Bordmitteln

Im Lauf der Zeit sammelt sich unter Windows eine Menge Schrott an. Programme, die nicht mehr verwendet, aber vom System gestartet werden. Temporäre Dateien, Update-Wiederherstellungen und vieles mehr.
Das alles kostet entweder Platz auf der Platte, unnütze Ladezeit oder verbraucht RAM. Im ungünstigsten Fall alles zusammen…
Doch verzage nicht! Dem Filz kannst Du mit Windows Bordmitteln eigentlich ganz gut zu Leibe rücken :)

Bevor wir irgendwas machen…

Hier der obligatorische Disclaimer:
Diese Tipps und Tricks habe ich nach bestem Wissen und Gewissen zusammenzutragen. Alles was ich Dir hier zeige, hat bei mir gut funktioniert. Sonst würde ich es Dir nicht empfehlen ;)
Dass es hier bei mir läuft heißt aber natürlich nicht, dass es automatisch auch bei Dir oder dem Rechner Deines Nachbarn laufen muss. Die Chancen sind hoch, aber garantieren kann ich es nicht. Darum machst Du alle Änderungen an Deinem Computer auf eigene Gefahr!

Und, um auf Nummer Sicher zu gehen, machen wir darum zu aller erst einen…

Wiederherstellungspunkt!

systemsteuerung-system-computerschutzDazu müssen wir zum „Computerschutz“ Menü.






Hier führen drei Wege zum Ziel:

  • Start – Systemsteuerung – System und Sicheheit – System – Computerschutz
  • Start – Computer rechtsklicken – Eigenschaften – Computerschutz
  • „Windows-Taste“ + „Pause“ – Computerschutz

Persönlich nehme ich das Tastaturkürzel. Das geht am Schnellsten :)

computerschutzcomputerschutz-erstellen-nameIm Computerschutz klicken wir auf „Erstellen…“, wählen einen aussagekräftigen Namen wie „vor Entschlackung“ und klicken auf „Erstellen“.


computerschutz-erstellen-in-arbeitcomputerschutz-erstellen-fertigDer Wiederherstellungspunkt wird erzeugt. Nach Abschluss der Aktion kannst Du das Computerschutz-Fenster schließen.




Zu diesem Wiederherstellungspunkt kehrst Du entweder über das Computerschutz-Menü zurück, oder über die Windows Boot-CD, wenn alle Stricke reißen…

Weg mit dem unnützen Zeug!

Gehen wir es an :)
Wir haben verschiedene Werkzeuge, die uns bei den unterschiedlichen Aufgaben helfen, die uns jetzt bevorstehen. Wir werden

  • mit der „Datenträgerbereinigung“ temporäre Dateien, Caches, Update-Überbleibsel und Protokolldaten löschen,
  • über „Programme und Funktionen“ überflüssige Software entfernen und
  • durch „msconfig“ den Systemstart etwas beschleunigen und Programme daran hindern, beim Systemstart zu laden.

Dateisystem entschlacken mit der Datenträgerbereinigung

datenträgerbereinigung-1adatenträgerbereinigung-1bWir drücken die „Windows“-Taste und schreiben „datent“. Es erscheint bei den Programmen die „Datenträgerbereinigung“. Hier bitte rechtsklicken und „Als Administrator ausführen“ linksklicken. Dadurch werden gleich die Systemrelevanten Sachen mit durchsucht und angezeigt.

datenträgerbereinigung-2adatenträgerbereinigung-2bWir wählen das Systemlaufwerk (C:), auf dem Windows installiert ist. Hier sollten auch die Programme liegen, die Caches von den Browsern und so weiter. Liegt das bei Dir auf einer anderen Platte, kannst Du den Vorgang gleich danach noch einmal auf dem anderen Datenträger wiederholen.
Es dauert eine kurze Weile, während Windows nach temporären Dateien, Caches, Update-Bereinigungen und dergleichen sucht. Ist die Suche abgeschlossen, landen wir im Dialog der Datenträgerbereinigung:

datenträgerbereinigung-3datenträgerbereinigung-4Hier machen wir unsere Haken an den Stellen, die wir bereinigt haben wollen. Dazu müssen wir auch nach unten scrollen. Interessant ist hier vor allen Dingen die „Windows Update-Bereinigung“, welche bei mir fast 1,4 GB Platz schafft und damit den Löwenanteil der 1,44 GB bringt, die insgesamt frei werden. Auf einer kleinen SSD ist das auf keinen Fall zu verachten!
Hier kann man sich eigentlich von so ziemlich allem trennen, was angeboten wird. Es sei denn, man hat Spielstände von MS-Spielen. Die dann natürlich nicht löschen. Aber wenn man nicht gerade auf Problemlösungssuche ist, kann man auch die Ereignis-Protokolle, Fehlerberichterstattungs-Daten und Setup-Protokolle löschen.
Bist Du mit der Auswahl zufrieden, klickst Du auf „OK“.

datenträgerbereinigung-5datenträgerbereinigung-6Es erscheint noch eine Sicherheitsabfrage, ob Du wirklich möchtest, dass die Dateien gelöscht werden sollen, weil dieser Vorgang unumkehrbar ist. Diese Abfrage bestätigen wir mit einem Klick auf „Dateien löschen“.
Nun beginnt Windows, alles, das wir angehakt haben, zu löschen. Das kann ein kleines Weilchen dauern. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, werden wir mit einem Dialogfeld darauf hingewiesen. Diesen Dialog bestätigen wir. Du kannst die Datenträgerbereinigung nun schließen.

Programme löschen über „Programme und Funktionen“

Das ist etwas, das man gerne vergisst. Es ist zu offensichtlich :)

systemsteuerung-programm-deinstallierenprogramme-und-funktionenÜber „Windows“-Taste und „progr“ erreichen wir die „Programme und Funktionen“. Alternativ kommst Du auch über „Start“ – „Systemsteuerung“ – „Programm deinstallieren“ in den „Programme und Funktionen“ Dialog.

Nach einer kurzen Ladezeit sehen wir hier alle installierten Programme. Beim Durchscrollen durch die Liste findet man – gerade auf alten Systemen – doch das eine oder andere Programm, das man löschen möchte. Hier im Beispiel bei (1) den „Driver Agent by eSupport“. Da kann ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern, dass ich das mal installiert hätte :) Also draufklicken und dann oben im Menü „deinstallieren“ auswählen. Normalerweise erscheint dann der Deinstallations-Dialog vom Hersteller, den man mit „Weiter“ bestätigt.

So arbeite ich mich durch die Liste, bis ich alles raus hab, das ich nicht mehr brauche. Bei (3) hat sich zum Beispiel die Brennsoftware beim Update doppelt installiert und Version 4.3 und 4.4 sind nun parallel vorhanden. Das macht natürlich keinen Sinn und darum werfen wir die v4.3 raus.

Bist Du am Ende der Liste angelangt und hast alle nicht mehr benötigte Software entfernt, kannst Du den „Programme und Funktionen“ Dialog über das „X“ schließen.

Systemstart entschlacken mit msconfig

Microsoft liefert mit „msconfig“ ein kleines Programm mit, über das man schnell und einfach den Systemstart ausmisten und einen kleinen Geschwindigkeitszuwachs beim Starten bekommt.

start-msconfigmsconfigWir drücken die „Windows“-Taste und tippen „msconfig“. Dann entweder mit „Enter“ bestätigen oder bei Programme auf „msconfig“ klicken. Das Programm startet. Für uns sind die beiden Reiter „Start“ und „Systemstart“ interessant.

msconfig-startWechseln wir in den Reiter „Start“. Hier klicken wir auf „Erweiterte Optionen…“. In dem neuen Dialog haken wir „Prozessoranzahl“ an und wählen aus dem Drop-Down Menü die maximale Anzahl an Kernen, die uns zur Verfügung steht. Danach klicken wir auf „OK“.
Windows nutzt in der Theorie jetzt schon beim Starten alle Kerne unseres Systems, was eine etwas verkürzte Boot-Zeit bedeutet.

msconfig-systemstartNun wechseln wir zum Reiter „Systemstart“. Dort bekommen wir angezeigt, welche Programme beim Systemstart geladen werden.

Da muss jeder für sich entscheiden, ob er das möchte und braucht, was in der Liste steht. Da ich mein Grafik-Tablett nicht mehr angesteckt habe, kann ich zum Beispiel das Laden der Tablett-Software aushaken. Zur Not einfach nach der .exe Datei googeln, bei der Du Zweifel hast, ob Du sie im laufenden System brauchst.

Wenn Du mit den Einstellungen fertig bist, bestätigst Du die Änderungen mit einem Klick auf „OK“. msconfig gibt nun den Hinweis aus, dass die Änderungen erst beim nächsten Neustart zum Tragen kommen und ob wir den jetzt machen wollen. Keine schlechte Idee, dann sehen wir nämlich gleich, ob noch alles so läuft, wie wir uns das vorstellen.

Falls Du doch noch eins von den Programmen brauchst, die Du ausgehakt hast: Einfach zurück in msconfig, den Haken wieder setzen und auf „OK“ klicken. Beim nächsten Neustart wird die Software wieder automatisch geladen.

Fazit

Kleine Programme, große Wirkung!
Vor allem schön, mit der Windows-Datenträgerbereinigung nun auch die Update-Backups löschen zu können, welche im Lauf der Zeit eine Menge Platz beanspruchen.
Programme deinstallieren, die man nicht braucht, oder wenigstens deren Systemstart verhindern, wenn man sie temporär nicht nutzt, machen auch Sinn.

Je nach System und wie viel Software installiert ist, sollte dieses Tutorial um die 20 Minuten in Anspruch nehmen. Der Lohn ist mehr Platz auf unseren Platten und ein schnellerer Systemstart.

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